„Bewegende“ Erkenntnisse zu chronischer Erschöpfung

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Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom sind in ihrer Lebensqualität enorm eingeschränkt. Ein Cochrane-Review zeigt, dass Bewegung, wie etwa Schwimmen, Radfahren oder Tanzen eine wirkungsvolle Behandlungsoption ist.

Ständige Müdigkeit bis hin zur totalen Erschöpfung: Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome, CFS), klagen häufig über Schlafstörungen, Kopf- oder Gelenksschmerzen, auch Konzentrationsstörungen oder eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses können mit der rätselhaften Erkrankung einhergehen. Im schlimmsten Fall schaffen es Betroffene nicht, ihr Bett zu verlassen. Der Arbeitsalltag wird zur Qual oder ist nicht mehr zu bewältigen, das soziale Leben wird aufgrund der ständigen Müdigkeit und Erschöpfung vernachlässigt. Selbst für Hobbys oder Freizeitgestaltung fehlt es CFS-Patienten an physischer Kraft. Ein weiteres großes Problem für Betroffene: es gibt keine eindeutige Ursache für die Entstehung der Erkrankung und daher keine medizinische Therapie.

Aktivität gegen Erschöpfung

Nun zeichnet sich Hoffnung am Horizont ab: Bewegungstherapie, wie die britische Gesundheitsbehörde National Institute for Health and Care Excellence sie Betroffenen empfiehlt, kann die körperliche Aktivität günstig beeinflussen und Erschöpfung wirkungsvoll vermindern. Ein aktueller Cochrane-Review hat acht Studien mit mehr als 1.500 Teilnehmern untersucht und Bewegungstherapie verschiedenen anderen Behandlungsoptionen gegenübergestellt. Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen, Radfahren oder Tanzen wurden in sieben Studien einbezogen, in den meisten Studien führten die Teilnehmer die Therapie zwischen 2 und 5 mal bis zu 15 Minuten lang zuhause durch.

Viele gute Seiten

Im Vergleich zu passiver oder keiner Behandlung hat sich bei einer Evidenz von moderater Qualität gezeigt, dass Bewegung wirkungsvoll bei Erschöpfung ist und auf die täglichen körperlichen Aktivitäten einen positiven Einfluss hat. Die Schlafqualität verbesserte sich und Betroffene schätzten ihren Gesundheitszustand besser ein als Teilnehmer ohne Bewegungstherapie. Im Vergleich mit so genannten „Pacing“-Strategien, also der Anpassung des täglichen Lebens an die Erkrankung, wie etwa „Entschleunigung“, war die Bewegungstherapie erfolgreicher, da sie die Erschöpfung verringerte. Einzig der kognitiven Verhaltenstherapie war sie unterlegen.

Die Frage der Zukunft

Fest steht, dass Bewegungstherapie die Erkrankung nicht verschlimmert und auch kaum Nebenwirkungen hat. Allerdings ist die Datenlage noch zu dünn, um die Unbedenklichkeit der Bewegungstherapie verlässlich zu sichern. Künftige Studien müssen herauszufinden, welche Bewegungsarten die beste therapeutische Wirkung haben, bei welcher Dauer und in welcher Intensität diese die besten Effekte mit sich bringen.

 

Hier geht’s zu Cochrane Kompakt

http://www.cochrane.org/de/CD003200/bewegung-als-therapie-fur-patienten-mit-chronischem-erschopfungssyndrom

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