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Alles wird gut!

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Die wissenschaftliche Medizin macht alles besser. Sie zieht aus Bergen von Daten die richtige Schlüsse, entwickelt individuelle Therapien und noch besser – sie verhindert mit perfekter Vorsorge Erkrankungen. Doch Gerd Antes, Direktor von Cochrane Deutschland, sieht nicht nur Gründe für umfassenden Optimismus.

Sie gelten als absolute Hoffnungsträger in der wissenschaftlichen Medizin: „Big Data“, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin. Gerd Antes setzt sich in einem ausführlichen Essay im Laborjournal damit auseinander, was hinter dem Hype steht. Gerade mit dem Schlagwort „Big Data“ geht Antes hart ins Gericht.

„Die Literatur zeigt, dass Big Data eher ein Marketingkonzept denn ein wissenschaftlich tragfähiger Blick in die Zukunft ist. Besonders deutlich wird das bei der Diskussion um die Grenzen und mögliche Schäden durch Big Data. Mögliche Falschaussagen werden geflissentlich übersehen. Da es Validierung, Goldstandards und ähnlicher methodischer Eckpfeiler nicht bedarf, tauchen entsprechende Limitationen der Methode kaum auf.“

Antes warnt auch bezüglich der Personalisierten Medizin vor übertriebenen Erwartungen und schwammigen Begriffen:

„Personalisierte Medizin erscheint vielfach wie ein Synonym für die Aufweichung von methodischen Anforderungen.“

Insgesamt sieht Antes die Gefahr, dass unter dem Eindruck kurzfristiger Innovationen die methodische Qualität in der wissenschaftlichen Forschung leiden könnte.

Es lohnt sich, seine Argumente in vollem Umfang nachzulesen: http://www.laborjournal.de/editorials/981.lasso

 

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