2.17 „Statistische Signifikanz“ sollte nicht mit „Bedeutsamkeit“ verwechselt werden

Wenn wir das Wort „signifikant“ lesen, läuten bei uns in Gedanken die Alarmglocken. Aussagen wie „Hier ist etwas bedeutsames passiert“ oder Synonyme wie „wesentlich“, „bemerkenswert“ und „wichtig“ kommen uns in den Sinn. Leider hat dieses ansonsten unschuldig aussehende Wort in wissenschaftlichen Kreisen zu einer signifikanten Menge an Problemen geführt, da sein Gebrauch (und Missbrauch) in Zusammenhang mit der Interpretation von Ergebnissen das Wort für immer an das Konzept der statistischen Hypothesenprüfung gekoppelt hat.

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2.16 Konfidenzintervalle sollten angegeben werden

Sicherlich sind auch Sie bei der Auswertung von wissenschaftlicher Literatur oder im Rahmen Ihrer eigenen Forschungsarbeiten schon einmal auf das unschuldig aussehende „p“ gestoßen. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen zwar mit p-Werten vertraut. Nur wenige können jedoch erklären, was sie bedeuten.

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2.15 Statistische Vergleiche mit kleinen Stichproben oder wenigen Endpunktereignissen können irreführend sein

Dies ist der 27. Beitrag einer Blogserie zu „Schlüsselkonzepten zur besseren Bewertung von Aussagen zu Behandlungen“, die im Rahmen des Projektes Informed Health Choices erarbeitet wurden. Jeder der insgesamt 36 Blogbeiträge befasst sich mit einem Schlüsselkonzept, das dabei hilft, Aussagen zu Wirkungen von Behandlungen besser verstehen und einordnen zu können.

Immer mehr neue Medikamente, die besser als ihre Vorgänger sein sollen, sättigen unseren pharmazeutischen Markt. Deshalb ist es umso wichtiger, zu prüfen, ob die in Studien vorgenommenen Aussagen und Interpretationen valide sind.

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2.12 Subgruppenanalysen können irreführend sein

Die Einnahme von Aspirin als Blutverdünner gehört zur Standardbehandlung nach einem Herzinfarkt und ist wissenschaftlich gut belegt[2]. In einer recht bekannten Studie, die die Einnahme von Aspirin zur Behandlung von Herzinfarkten untersuchte, zeigte sich bei Teilnehmern mit den Sternzeichen Zwillinge und Waage allerdings kein statistisch signifikanter Nutzen des Medikaments[1]. Wie kann das sein?

Ein solcher vermeintlicher Widerspruch kann entstehen, wenn man kleine Gruppen von Studienteilnehmern innerhalb einer Studie isoliert betrachtet. Insgesamt wurde die Wirksamkeit von Aspirin durchaus nachgewiesen.

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2.11 Ergebnisse von Vergleichsstudien sollten immer vollständig veröffentlicht werden

Wie wichtig es ist, Behandlungsentscheidungen auf der Grundlage angemessener Evidenz zu treffen, ist heute klarer denn je.

Um Evidenz als verlässlich einstufen zu können, müssen Studien, die medizinische Behandlungen untersuchen, faire Vergleiche umfassen. Zum Beispiel darf keine der Behandlungsgruppen irgendwelche vorteilhaften Eigenschaften aufweisen. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Teilnehmer der Behandlungsgruppe jünger und gesünder wären als die der Kontrollgruppe. Auch müssen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip den jeweiligen Gruppen zugeteilt werden, um die Ähnlichkeit wichtiger Teilnehmerindikatoren zu gewährleisten [2]. Sind Behandlungsvergleiche nicht fair, so führt das zu Verzerrungen (Biases), die die Ergebnisse einer Studie in Frage ziehen können.

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