Aknenarben: keine Evidenz für wirkungsvolle Behandlung

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Aknenarben hinterlassen bei Betroffenen nicht nur sichtbare, sondern auch seelische Spuren. Trotz vieler Behandlungsmethoden liegen keine gesicherten Ergebnisse vor, mit welcher Therapie Aknenarben wirksam und nachhaltig behandelt werden können.

Vertiefungen in der Hautoberfläche oder wulstige Narben im Gesicht können die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Wer sich bereits in der Pubertät beim täglichen Blick in den Spiegel mit einem „Pickelgesicht“ konfrontiert sah, weiß, wie schlimm diese Hautveränderungen sich auf die Seele auswirken. Man hat das Gefühl, das Gegenüber starre ständig auf die Problemzonen, Treffen werden abgesagt, Ratgeber verschlungen, um zu verhindern, dass die Spuren auf der Haut auch solche/welche? an der Seele hinterlassen. Verlängert wird dieser seelische Dauerstress, wenn die verhassten Pickel auch noch Narben hinterlassen. Es wird eine Reihe von Möglichkeiten angeboten, um den Malen im Gesicht Herr zu werden.

Fraktionierte Laserbehandlung – keine Ultima Ratio

In einem aktuellen Cochrane Review wurden 24 randominiserte kontrollierte Studien, an denen 789 Männern und Frauen mit atrophen Aknenarben, also Vertiefungen in der Haut, begutachtet. Ziel war es, herauszufinden, welche der zahlreichen Behandlungsmethoden im Gesicht am wirkungsvollsten sind. Dabei wird überflüssiges Gewebe an der Hautoberfläche mithilfe des Laserlichts abgetragen. Allerdings kann eine solche, gemäß dem Cochrane Review nicht empfohlen werden, da die Ergebnisse nicht ausreichend gesichert sind.

Keine Therapie der ersten Wahl

In den Studien zeigte sich, dass zur Narbenverbesserung sowohl fraktionierter Laser, als auch die Radiofrequenztherapie, eine Methode, bei der Gewebe unter Wärmeeinwirkung zerstört wird, Verbesserungen brachten. Ähnliche Ergebnisse erbrachten Behandlungen mit Micro-NeedlingDabei wird eine kleine Walze, die mit winzigen Nadeln versehen ist, über die Haut gerollt. Im Bereich dieser Mikrostiche entsteht neues, gesundes Hautgewebe. Auch chemisches (Tiefen)-Peeling brachte eine ähnliche Wirkung. Allerdings zeigte sich in einer Studie, dass chemisches Peeling von 16 % der Betroffenen nicht vertragen wurde. Letztendlich konnte auch für die anderen genannten Therapien kein deutlicher Hinweis erbracht werden, welche der gängigen Methoden für Betroffene nicht nur am wirksamsten, sondern auch am verträglichsten ist.

Derzeit keine Behandlungsempfehlung

Die von den Review-Autoren analysierten Studien hatten durchwegs schwere methodische Mängel, die eine allgemeine Empfehlung erschweren. So gab es bei einigen Studien zu wenige Studienteilnehmer oder es lagen keine Informationen zu schweren Nebenwirkungen vor. Bei anderen waren die Endpunkte nicht klar definiert. Die längste Untersuchungsperiode betrug 48 Wochen, zu kurz, um daraus abzuleiten, welche Langzeitergebnisse eine auf den ersten Blick wirksame Behandlung tatsächlich hat. Außerdem bezogen sich alle Studien auf Aknenarben im Gesicht. Es wurde jedoch keine Studie gefunden, die eine Behandlung von Aknenarben am Rücken untersucht hat. Aufgrund dieser Einschränkungen kann derzeit keine Empfehlung gegeben werden, welche der untersuchten Therapien bei Aknenarben eingesetzt werden sollten.

Hier geht’s zum Original Cochrane Review für diesen Blogbeitrag: http://onlinelibrary.wiley.com/wol1/doi/10.1002/14651858.CD011946.pub2/full

Autorin: Mag. Dr. Doris Simhofer

 

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