GAP Projekt Beitragsbild

Guter Rat, nicht teuer

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Forschung, die hilft: Das GAP-Projekt für eine „Gut informierte Arzt-Patienten-Kommunikation“ geht mit einem Informationsportal zu Rückenschmerz und einer kuratierten Suchmaschine für Gesundheitsfragen online.

In Deutschland haben rund 8 von 10 Menschen schon einmal Erfahrungen mit Rückenschmerzen gemacht – Grund für uns, dem Thema schon im vergangenen Jahr unter dem Titel „Wenn der Rücken schmerzt“ eine ganze Artikelserie auf Wissen Was Wirkt zu widmen. Im Rahmen dieser Serie haben wir bereits über das GAP-Projekt berichtet – ein Forschungsprojekt des Instituts für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) an der Uniklinik Freiburg, in Kooperation mit mehreren Partnern. Es hat eine „Gut informierte Arzt-Patienten-Kommunikation“ zum Ziel gesetzt und sich dafür zunächst beispielhaft auf das Volksleiden Rückenschmerz konzentriert.

Um eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu ermöglichen, bedarf es zum einen eines besseren Wissens auf Seite des Patienten und zum anderen der Fähigkeit des Arztes, nicht nur allgemein auf das Thema, sondern spezifischer auch auf die Bedürfnisse seines Patienten einzugehen. Das GAP-Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Brücke zwischen Arzt und Patient zu schlagen. „Unser Blog-Beitrag zum GAP-Projekt vom Oktober 2019 ist auf reges Interesse gestoßen. Wir wurden mehrfach gefragt, ob die Ergebnisse nicht auch für Außenstehende zugänglich gemacht werden könnten“, sagt Projektleiter Dr. Sebastian Voigt-Radloff vom Institut für Evidenz in der Medizin. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir das Informationsangebot des Projektes jetzt online frei zur Verfügung stellen können und hoffen sehr, dass es auch möglichst breit genutzt wird.“

Die Früchte der langjährigen Projekt-Arbeit sind ab sofort in Form von zwei kostenlosen, frei zugänglichen Online-Angeboten zugänglich:

Das GAP-Rückenschmerz-Portal – praktisch und evidenzbasiert

Für das Talamed-Rückenschmerzportal, das über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird, bereitete das GAP-Team evidenzbasierte Informationen rund um das Thema „Kreuzschmerzen“ nutzerfreundlich auf. Das Portal bietet Patienten und Ärzten jeweils eigene Oberflächen für den Zugriff auf aktuelle, vertrauenswürdige und verständliche Informationen rund um das Thema Kreuzschmerz. Es bietet zudem strukturierte Hilfestellung für mehr Mitsprache im Arzt-Patienten-Gespräch, sowie kostenlose Medien zum Thema „Übungen und Stressreduktion“.

Die Vertrauenswürdigkeit der Informationen wurde sichergestellt, indem die Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ mit drei weiteren internationalen Leitlinien abgeglichen und in zwei Aktualisierungswellen mit den Ergebnissen neuerer wissenschaftlicher Arbeiten verglichen wurden.

Die GAP-Suchmaschine: Hochwertige Gesundheitsinformationen

Einen breiteren Ansatz verfolgt die GAP-Suchmaschine. Die Suchmaschine bietet für die Suche nach Gesundheitsinformationen eine Alternative zu „Dr. Google“, indem sie nur Suchergebnisse von einer nach transparenten Kriterien kuratierten Auswahl von Anbietern anzeigt. „Weil es unmöglich ist sämtliche Artikel dieser Webseiten aktuell zu bewerten, haben wir stattdessen von jedem Anbieter eine Stichprobe von Beiträgen auf die vier Kriterien Vertrauenswürdigkeit, Verständlichkeit, Aktualität und Nutzerfreundlichkeit hin analysiert“, erklärt Voigt-Radloff. Der Clou dabei: Mit Hilfe einer Filterfunktion kann jeder Nutzer selbst entscheiden, welche dieser Qualitätsmerkmale ihm besonders wichtig sind. „Das Talamed-Rückenschmerzportal und die GAP-Suchmaschine sind frei von wirtschaftlichen Interessen und setzen kein ‚Profiling‘ ein, das die Internetbewegungen der Nutzer zu werblichen Zwecken nutzt“, so Voigt-Radloff, „Die Informationen sind in verständlicher Sprache aufbereitet und somit direkt im Arzt-Patienten-Gespräch einsetzbar, im Sinne einer Gut informierten Arzt-Patienten-Kommunikation.“

Bitte nutzen, Feedback geben und weitersagen!

Die beiden neuen Angebote sollen Patienten mit Rückenschmerzen beziehungsweise Informationssuchenden fortan mit praktischer Hilfe zur Seite stehen. Sie bleiben aber auch Teil wissenschaftlicher Forschungsarbeit, die beide Ansätze in Zukunft noch verbessern möchte. Deshalb freuen sich Voigt-Radloff und das GAP-Team nicht nur sehr über eine breite Nutzung des Portals und der Suchmaschine, sondern erst recht über Feedback dazu. Dieses können Nutzer ganz einfach und schnell hinterlassen, indem sie an einer kurzen, freiwilligen Umfrage teilnehmen, zu der bei Nutzung von Portal und Suchmaschine eingeladen wird.

Text: Cochrane Deutschland

Dieser Artikel wurde am 01.12.2020 zum ersten Mal veröffentlicht und am 16.02.2021 aktualisiert und durch ein Video ergänzt.

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