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Hilft Yoga bei Asthma?

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Yoga stammt ursprünglich aus Indien und wird heute weltweit und in vielen unterschiedlichen Formen praktiziert. Körper- und Atemübungen werden dabei oft mit Übungen zur Tiefenentspannung und Meditation verbunden. Kann eine solche Praxis Asthma-Beschwerden lindern helfen? Ein Team aus Hongkong hat entsprechende Studien unter die Lupe genommen.

Röcheln, Atemnot, Schleim, Husten: Ein Asthmaleiden dämpft das Wohlbefinden ganz erheblich. Je nach Asthma-Art und Schweregrad werden verschiedene Medikamente gegen die Attacken und zur Vorbeugung eingesetzt. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen viele Betroffene jedoch auch nach ergänzenden Methoden, die ihr Leiden lindern helfen.

Besonders interessant sind hier Methoden der Entspannung, die sich auch bei Asthma positiv auswirken könnten. Eine solche Technik ist Yoga.

Weil Yoga weltweit immer beliebter wird, hat an der Uni Hongkong nun ein Team um den Arzt Zu-Yao Yang alle randomisierten Studien unter die Lupe genommen, die die Wirkung von Yoga-Übungen auf Asthma untersucht haben. 15 dieser Studien mit insgesamt etwas mehr als 1000 Teilnehmenden waren gut genug gemacht, um den Qualitätskriterien des Reviews zu genügen und in den Review integriert zu werden. Für Yoga-Fans vielleicht von Interesse: acht dieser Studien stammen aus Indien, drei aus den USA, zwei aus England und je eine aus Deutschland und Äthiopien.

Was zeigt die Studienlage?

Das erfreuliche Ergebnis der Übersichtsarbeit: Es gibt eine positive Tendenz. Wenn Yoga über mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre hinweg regelmäßig praktiziert wird, kann es dazu beitragen, Asthma-Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessen.

Das weniger erfreuliche Ergebnis: Für Jubelmeldungen ist es dann doch wieder zu früh. Denn bei einigen Endpunkten waren die Ergebnisse widersprüchlich oder nicht ausreichend deutlich. Zum Beispiel ist der Medikamentenverbrauch in einzelnen Studien leicht gesunken, in anderen jedoch nicht. In einigen Studien hat sich die Lungenfunktion der Untersuchten verbessert, in anderen nicht.  Auch konnten manche Betroffene durch Yoga ihre Geschwindigkeit beim Ausatmen („Peak expiratory flow“) verbessern, andere aber nicht…

Am wenigsten zufrieden war das Review-Team über fehlende Aussagen zu möglichen Nebenwirkungen der Yoga-Übungen: Die wurden in den meisten Studien entweder gar nicht erfasst oder nicht berichtet und auch auf Anfrage nicht nachgereicht.

Für eine eindeutige Empfehlung, so die Autorinnen und Autoren, bräuchte es deshalb größere, systematischere und unabhängige Untersuchungen. Bis es die gibt, kann Yoga für Asthma-Kranke aber durchaus ein lohnender Versuch sein, zu innerer Ruhe und Entspannung zu finden.

Hier geht’s zum Original Cochrane Review zu diesem Blogbeitrag: Yang Z-Y, Zhong H-B, Mao C, Yuan J-Q, Huang Y-F, Wu X-Y, Gao Y-M, Tang J-L. Yoga for asthma. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 2 . Art. No.: CD010346. DOI:10.1002/14651858.CD010346.pub2

Autorin: Mag. Verena Ahne

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