Wenn Mathematik die „bestmögliche“ Evidenz liefert

Maskenpflicht, Abstandsregeln, Quarantäne für Verdachtsfälle und andere Maßnahmen auf Ebene der „Public Health“ (öffentlichen Gesundheit) sind bisher nach allem Dafürhalten die besten Maßnahmen gegen COVID-19, solange es weder eine wirksame Behandlung noch einen Impfstoff gibt. Doch noch mangelt es an aussagekräftigen Studienergebnissen, um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zu untermauern. Wir stellen in einer dreiteiligen Serie aktuelle Rapid Reviews vor, welche die noch lückenhafte Evidenz zu Public-Health-Maßnahmen zusammenfassen. Momentan beruhen diese noch zu weiten Teilen auf mathematischen Modellierungsstudien – einem Studientyp, den Cochrane in der Regel nicht verwendet. Warum solche Modellierungen in dieser Ausnahmesituation doch die „bestmögliche“ Evidenz darstellen und was sie über die Wirksamkeit von Quarantänemaßnahmen aussagen, stellt dieser erste Teil unserer Serie dar.

In der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung spricht man von der „bestmöglichen“ Evidenz, die Entscheidungen zugrunde liegen sollte. Sie zu finden, zu bewerten und zusammenzufassen ist Aufgabe von systematischen Übersichtsarbeiten wie den Reviews von Cochrane. Doch was ist die bestmögliche Evidenz, wenn es drängende Frage zu beantworten gibt, aber noch keine oder zu wenig empirische, also auf Beobachtungen und Experimenten beruhende Studien vorliegen? „Für die Frage, wie wirksam Public-Health-Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 sind, sind wir gegenwärtig noch zu weiten Teilen auf mathematische Modellierungsstudien angewiesen“, sagt Barbara Nußbaumer-Streit stellvertretende Direktorin von Cochrane Österreich und Erstautorin eines kürzlich aktualisierten Cochrane Rapid Reviews zu Quarantänemaßnahmen.

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Videoanrufe gegen Einsamkeit und soziale Isolation

Viele ältere Menschen haben die letzten Monate zum Schutz vor COVID-19 isoliert von ihren Liebsten zu Hause oder in Alters- und Pflegeheimen verbracht. Grosseltern durften plötzlich ihre Enkel nicht mehr sehen, Familien ihre Angehörigen nicht mehr in Altersheimen besuchen. Für die Betroffenen bedeutete diese erzwungene Isolation oft eine erhebliche psychische Belastung. Viele Heime und Angehörige wurden daraufhin kreativ und versuchten der Vereinsamung entgegenzuwirken, etwa durch den Einsatz digitaler Angebote. Ob Skype, Facetime, Zoom & Co älteren Menschen wirklich dabei helfen können, sich weniger einsam zu fühlen, und ob diese digitalen Kommunikationsmittel insgesamt die Lebensqualität verbessern, untersuchte ein neuer Cochrane Rapid Review.

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COVID-19: JETZT den Rauchstopp wagen!

Tabak in jeglicher Form ist schädlich und trägt ursächlich dazu bei, dass jedes Jahr über 8 Millionen Menschen sterben. „Die Jugend schützen!“ lautet das Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertages der WHO am 31. Mai. Ziel der Aktion: Kinder und Jugendliche sollen erst gar nicht mit dem Rauchen beginnen und besser vor Passivrauch bewahrt bleiben. Nicht zu rauchen ist gerade in Pandemiezeiten umso wichtiger, da noch unklar ist, inwiefern das Rauchen als Risikofaktor für eine COVID-19-Erkrankung gelten kann. Eine „Special Collection“ der Cochrane Library stellt Behandlungen und Ansätze vor, die den Rauchstopp unterstützen können.

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Was bringen Quarantänemaßnahmen gegen COVID-19? Ein neuer Cochrane Rapid Review sucht nach Antworten.

Ein eben in der Cochrane Library erschienener Rapid Review legt nahe, dass Quarantäne von Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ist. Doch er zeigt auch die Grenzen des evidenzbasierten Ansatzes in einer akuten Bedrohungslage durch ein Virus, das die Menschheit erst seit wenigen Monaten kennt.

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