Einstieg in die Welt des gebündelten Wissens – ein kurzer Slidecast zu systematischen Übersichtsarbeiten

Alleine in der Neurologie gibt es beinahe 900 wissenschaftliche Zeitschriften, die laufend Wirksamkeitsstudien veröffentlichen. Bei dieser verwirrenden Flut an Publikationen ist es schier unmöglich, etwa für KlinikerInnen und Personen in Leitliniengremien, auf dem aktuellen Stand des Wissens zu bleiben. Gleichzeitig sind diese Personen im beruflichen Alltag gefordert, stets das beste verfügbar Wissen für ihre Entscheidungen und Empfehlungen zu nutzen.

Hier bieten systematische Übersichtsarbeiten (systematic literature reviews) Abhilfe. Diese Publikationsform basiert auf umfangreichen und systematischen Recherchen, die versuchen alle Studien zu einer Fragestellung zu finden. Weiterer wesentlicher Bestandteil: eine kritische, aber knappe Beurteilung der gesamten Evidenz. Dieses gebündelte Wissen hilft, einen objektiven Überblick über die aktuelle Studienlage zu konkreten Fragestellungen zu erhalten.

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Nützliche, patientenrelevante Forschung

Forscherinnen und Forscher kämpfen um begrenzte Fördermittel, um ihre Arbeit zu finanzieren. Ein Nebenprodukt dieses Wettkampfs sind Studien, die kaum zum Erkenntnisgewinn beitragen oder sogar unnötig sind. Solche Studien werden unter dem Begriff „research waste“ zusammengefasst. Ein spannendes Thema von dem ich beim EBM-Kongress in Basel erstmals gehört habe. In diesem Blog-Beitrag möchte ich einen Überblick über dieses wichtige Thema geben.

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Evidenzbasiertes Arbeiten von Anfang an – eine neue Generation von EbM-Enthusiasten wächst heran 

Evidenzbasierte Medizin (EbM) pocht darauf, dass neben der klinischen Erfahrung und den Wünschen der Patienten und Patientinnen auch das aktuellste Wissen aus gut gemachten klinischen Studien bei Entscheidungen berücksichtigt wird. Auch wenn das eigentlich selbstverständlich klingt, ist diese Haltung noch immer nicht umfassend in der klinischen Praxis verankert.

Es dauert in der Tat oft Jahre bis Erkenntnisse aus Studien in die Praxis gelangen, wenn sie es überhaupt bis dahin schaffen*. Oft fehlt die Zeit und manchmal auch das Wissen und nötige Handwerkszeug, um die neuesten Forschungsergebnisse in die Praxis zu integrieren. Für Patienten und Patientinnen kann das im Extremfall bedeuten, dass sie wirkungslose oder sogar schädliche Behandlungen bekommen bzw. wirkungsvolle Behandlungen nicht erhalten. Weiterlesen