Mit Dampf gegen Rauch

Viele Raucher hoffen, durch den Umstieg auf nikotinhaltige E-Zigaretten von ihrem ungesunden Laster loszukommen. Ein aktualisierter Cochrane Review bestätigt nun, dass die Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten offenbar tatsächlich besser klappt als beispielsweise mit Nikotinersatzprodukten wie Pflaster oder Kaugummis. Er macht aber auch klar, dass wir noch zu wenig über die Langzeitwirkungen des Nikotindampfens wissen.

Tabak in jeglicher Form ist gesundheitsschädlich und trägt dazu bei, dass jährlich über 8 Millionen Menschen sterben. Somit könnte man Rauchen als eine „globale Volkskrankheit“ bezeichnen. Obwohl viele Raucher und Raucherinnen eigentlich aufhören wollen, fällt es ihnen oft schwer, den Rauchstopp langfristig erfolgreich durchzuziehen. In Deutschland waren laut der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2018 immerhin noch geschätzte 25 % der Bevölkerung Raucher, in Österreich 26 % und in der Schweiz 23 %.

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Wenn Mathematik die „bestmögliche“ Evidenz liefert

Maskenpflicht, Abstandsregeln, Quarantäne für Verdachtsfälle und andere Maßnahmen auf Ebene der „Public Health“ (öffentlichen Gesundheit) sind bisher nach allem Dafürhalten die besten Maßnahmen gegen COVID-19, solange es weder eine wirksame Behandlung noch einen Impfstoff gibt. Doch noch mangelt es an aussagekräftigen Studienergebnissen, um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zu untermauern. Wir stellen in einer dreiteiligen Serie aktuelle Rapid Reviews vor, welche die noch lückenhafte Evidenz zu Public-Health-Maßnahmen zusammenfassen. Momentan beruhen diese noch zu weiten Teilen auf mathematischen Modellierungsstudien – einem Studientyp, den Cochrane in der Regel nicht verwendet. Warum solche Modellierungen in dieser Ausnahmesituation doch die „bestmögliche“ Evidenz darstellen und was sie über die Wirksamkeit von Quarantänemaßnahmen aussagen, stellt dieser erste Teil unserer Serie dar.

In der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung spricht man von der „bestmöglichen“ Evidenz, die Entscheidungen zugrunde liegen sollte. Sie zu finden, zu bewerten und zusammenzufassen ist Aufgabe von systematischen Übersichtsarbeiten wie den Reviews von Cochrane. Doch was ist die bestmögliche Evidenz, wenn es drängende Frage zu beantworten gibt, aber noch keine oder zu wenig empirische, also auf Beobachtungen und Experimenten beruhende Studien vorliegen? „Für die Frage, wie wirksam Public-Health-Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 sind, sind wir gegenwärtig noch zu weiten Teilen auf mathematische Modellierungsstudien angewiesen“, sagt Barbara Nußbaumer-Streit stellvertretende Direktorin von Cochrane Österreich und Erstautorin eines kürzlich aktualisierten Cochrane Rapid Reviews zu Quarantänemaßnahmen.

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Videoanrufe gegen Einsamkeit und soziale Isolation

Viele ältere Menschen haben die letzten Monate zum Schutz vor COVID-19 isoliert von ihren Liebsten zu Hause oder in Alters- und Pflegeheimen verbracht. Grosseltern durften plötzlich ihre Enkel nicht mehr sehen, Familien ihre Angehörigen nicht mehr in Altersheimen besuchen. Für die Betroffenen bedeutete diese erzwungene Isolation oft eine erhebliche psychische Belastung. Viele Heime und Angehörige wurden daraufhin kreativ und versuchten der Vereinsamung entgegenzuwirken, etwa durch den Einsatz digitaler Angebote. Ob Skype, Facetime, Zoom & Co älteren Menschen wirklich dabei helfen können, sich weniger einsam zu fühlen, und ob diese digitalen Kommunikationsmittel insgesamt die Lebensqualität verbessern, untersuchte ein neuer Cochrane Rapid Review.

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COVID-19: Seife und weitere Hygienemaßnahmen – Evidenz aus Cochrane Reviews

Seit Anfang des Jahres breitet sich weltweit ein neues Coronavirus (SARS-CoV-2) aus, das die Erkrankung COVID-19 (Corona virus disease 2019) auslösen kann. Diese verläuft in der Mehrzahl der Fälle mild, kann jedoch auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer schweren Lungenentzündung führen. Inzwischen nehmen die Infektionsfälle mit SARS-CoV-2 weltweit rasant zu – so auch in den deutschsprachigen Ländern. Ziel der mehr und mehr ins öffentliche Leben einschneidenden Gegenmaßnahmen ist es, den zeitlichen Verlauf der Ausbreitung so zu verlangsamen, dass die Gesundheitssysteme mit der Versorgung von PatientInnen mit schweren Krankheitsverläufen nicht überlastet werden. Dafür gilt es, Infektionsketten wo irgend möglich zu unterbrechen.

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Generelle Gesundheitschecks – sinnvoll oder nicht?

Die Idee von generellen Gesundheitschecks ist verlockend: wie das Auto beim TÜV wird der Körper beim Arzt oder der Ärztin auf allfällige Schäden beziehungsweise Symptome oder Risikofaktoren untersucht. Dieser Blog-Beitrag über einen aktualisierten Cochrane Review zeigt, warum solche Untersuchungen meist dennoch nicht den erhofften Effekt bieten.

Seriöse Spitäler und Arztpraxen, Krankenkassen aber auch eher dubiose Internetanbieter werben für generelle Gesundheitschecks. In einigen Ländern sind diese Teil des Gesundheitswesens, wie zum Beispiel der vom britischen National Health Service (NHS) angebotene Health Check. Auch viele Arbeitgeber* offerieren ihren Angestellten generelle Checks, um Erkrankungen und Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Auf der Webseite eines deutschen Privatanbieters wird auf den Punkt gebracht, was für viele Motivation zu einem solchen Check sein dürfte: „Ich will nicht glauben, dass ich gesund bin. Ich will es wissen.“ Vorsorge könne Leben retten, heisst es in diversen Angeboten.

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