Wie wirksam sind Screenings auf COVID-19?

Manche Menschen sind zwar Träger des Coronavirus, haben aber keine Symptome. Dennoch können sie andere Menschen anstecken. Eine Möglichkeit, Infizierte frühzeitig zu erkennen und so die Infektionskette zu durchbrechen, könnte das Screening breiter Bevölkerungsteile sein. Was das ist und welche Evidenz die Autoren eines neuen Cochrane Rapid Reviews für die Wirksamkeit von Massenscreenings fanden, wollen wir in diesem Beitrag unter die Lupe nehmen.

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, kann eine ganze Reihe von Symptomen haben. Aber es gibt auch Infizierte, die sich gesund fühlen und keinerlei Beschwerden entwickeln, zumindest am Anfang der Infektion. Das macht die Eindämmung der Pandemie so schwierig. Denn Menschen mit einer verdeckten Infektion können zu ‚unsichtbaren Bindegliedern‘ in der Infektionskette werden. In der Tat entwickelt ein erheblicher Anteil der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen niemals oder erst nach längerer Inkubationszeit COVID-19 (1). Sie können aber andere Menschen damit anstecken. Sogenannte Screenings, also die breit angelegte Untersuchung von klinisch unauffälligen Personen, könnte helfen, solche verdeckten Fälle aufzudecken.

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Gesundheitskompetenz: Gar nicht mal so leicht! Eine Einführung.

Sie sind erkrankt und möchten sich über Behandlungsmöglichkeiten informieren? Sie wollen im Gespräch mit Ihrem Arzt die richtigen Fragen stellen? Sie fragen sich, wie Sie an Informationen kommen können? Und wie Sie beurteilen sollen, ob die Informationen tatsächlich verlässlich sind? Wenn Sie dabei ins Grübeln kommen, sind Sie nicht alleine: Mehr als der Hälfte der Menschen in Deutschland geht es gemäß der ersten repräsentativen Studie zum Thema Gesundheitskompetenz ganz ähnlich. Was unter der ‚individuellen Gesundheitskompetenz‘ zu verstehen ist und warum sie heute mehr denn je eine Rolle spielt, möchten wir Ihnen in diesem ersten Artikel einer kurzen Serie zum Thema vorstellen.

Eine gute Freundin von mir hat die Angewohnheit, jedes einzelne Krankheitssymptom, das sie an sich oder ihren Kindern beobachtet, zu ergoogeln. Zwar weiß ich nicht, nach welcher Suchstrategie sie dabei vorgeht oder welche der unzähligen Suchergebnisse sie am Ende nutzt, habe aber häufig den Eindruck, dass sie nach ihrer Suche im Netz besorgter ist als zuvor. Das zugrundeliegende Problem bringt Sven Oswald, Journalist beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), so auf den Punkt: „Grundsätzlich findet sich ja leider bei jeder Erkrankung und jedem noch so harmlosen Symptom im Netz ein Fall, der tödlich ausging. Das verunsichert und schürt Ängste“. Wenn meine Freundin nach dem Googeln noch mehr verunsichert ist als zuvor, dann kann das auch damit zu tun haben, dass sie Schwierigkeiten hat, gute und schlechte Informationen und Informationsquellen zu unterscheiden – sie verfügt möglicherweise nicht über ausreichend Gesundheitskompetenz.

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Nach der OP: Wenn Medikamente das kleinere Übel sind

Übelkeit und Erbrechen sind häufige Nebenwirkungen nach Operationen unter Vollnarkose. Für Patienten sind diese Symptome oft sehr belastend, zudem können sie zu längeren Krankenhausaufenthalten führen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Medikamenten aus verschiedenen Arzneimittelgruppen zur Vorbeugung dieser „üblen“ Nebenwirkungen. Das Problem: Bislang gab es keinen systematischen Vergleich von Wirksamkeit und potentiellen Nebenwirkungen dieser Medikamente. Die Autoren eines neuen Cochrane Reviews wollten diesem Defizit nun Abhilfe verschaffen.

Mit Rückblick auf meine Blindarm-OP vor ein paar Jahren kann ich sagen: Es war nicht die Angst vor dem Eingriff, die mich jetzt noch schaudern lässt, sondern vor allem die Übelkeit und Benommenheit nach der Operation, die mir immer noch sehr unangenehm in Erinnerung sind. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, welche Medikamente ich damals nach meiner Operation erhielt. Ich fragte auch nie nach. Zu dem Zeitpunkt wollte ich nur, dass es mir besser geht.

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Covid-19: Immunität spenden?

In den USA ist seit Ende August die Plasmatherapie bei Covid-19 per Notfallgenehmigung erlaubt. Eine systematische Übersichtsarbeit hat untersucht, ob die Plasmatherapie wirksam und sicher ist – und liefert damit eine wichtige Erfassung des aktuellen Wissensstandes.

Immer wieder werden Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion genesen sind, zum Spenden von Blutplasma aufgerufen. Denn im Plasma befinden sich nach einer überstandenen Infektion meistens viele Antikörper gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Die gespendeten Antikörper und möglicherweise auch andere Abwehrstoffe könnten den Empfängerinnen und Empfängern gegen Covid-19 helfen.

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Corona und Reisen: Wie wirksam sind Kontrollmaßnahmen?

Ende 2019 wurden in der chinesischen Stadt Wuhan erste Fälle der durch das neuartige Coronavirus SARS‐CoV‐2 verursachten Krankheit COVID-19 gemeldet. Daraufhin breitete sich COVID-19 schnell auf der ganzen Welt aus. Um der Pandemie entgegenzuwirken, haben die Regierungen zahlreicher Länder Kontrollmaßnahmen bezüglich des internationalen Reiseverkehrs eingeführt, darunter Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Screenings bei Ein‐ oder Ausreise und Quarantäne für Reisende. Autoren eines neuen Cochrane Rapid Reviews sind der Frage der Wirksamkeit dieser Maßnahmen nachgegangen.

Montag, 30. März 2020, 5 Uhr morgens. Laura lässt sich einen Kaffee aus dem Automaten am Flughafen raus. Vor zwei Stunden erhielten sie und ihr Freund den lang ersehnten Anruf mit der Nachricht, dass sie heute zurück nach Deutschland fliegen können. Als sie im Februar nach Peru gereist waren, hätten sie niemals erwartet, dass sie statt ein paar Wochen gleich mehrere Monate dort verbringen würden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden sämtliche Flüge gestrichen und auch die Rückholflüge des Auswärtigen Amts waren bereits vollständig besetzt. Dadurch blieb den beiden nur die Möglichkeit, auf einen Flug zu warten. So ähnlich wie Laura und ihrem Freund ging es seit Ausbruch der Pandemie auch vielen anderen Reisenden, wenn auch die meisten Fälle nicht so extrem ausfielen. Dennoch, der nationale Reiseverkehr sowie internationale Ein- oder Ausreisen wurden auf die eine oder andere Art und Weise reguliert, um der Ausbreitung der Pandemie entgegenzuwirken.

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